Meran ist eine Stadt, die sich zu Fuß lesen lässt, solange man die Höhen mitrechnet. Die Passer teilt das Zentrum in zwei Teile, und mit dem Übergang über den Fluss wechselt auch der Charakter des Weges.

Zwei Ufer, zwei Promenaden

Die Altstadt mit den Lauben liegt auf der einen Seite, der Bereich der früheren Kurstadt mit Boulevard und Kurhaus auf der anderen. Zwischen beiden verlaufen die Promenaden am Wasser. Die Winterpromenade liegt so, dass sie auch in den kältesten Monaten in der Sonne bleibt; sie ist mit rund 0,7 Kilometern und etwa 24 Höhenmetern die anspruchsvollere der beiden. Die Sommerpromenade liegt auf der gegenüberliegenden Seite und ist beschattet.

Wer nur eine der beiden geht, geht die falsche. Sie unterscheiden sich nicht in der Länge, sondern im Licht.

Der Weg über der Stadt

Der Tappeinerweg verläuft am Sonnenhang über Meran und ist nach dem Kurarzt benannt, der ihn Ende des 19. Jahrhunderts anlegen ließ. Vom Zentrum bis Gratsch sind es rund sechs Kilometer mit etwa 60 Höhenmetern; oben bewegt man sich dann weitgehend in der Höhe. Der anstrengende Teil ist der Aufstieg, und wie viel davon nötig ist, entscheidet der Einstieg.

Die offiziell anerkannten Zugänge führen über Treppen. Kinderwagentauglich sind nur wenige. Einzelne Abschnitte und die öffentlichen Toiletten am Weg waren zuletzt gesperrt, weil der Hang in Bewegung ist. Solche Angaben ändern sich, und sie gehören zur Kurverwaltung und zur Stadtgemeinde.

Gärten als eigener Tagespunkt

Die Gärten von Schloss Trauttmansdorff liegen am Hang über dem Ort, sind in Terrassen gegliedert und umfassen rund sieben Kilometer Wege mit etwa 100 Höhenmetern Gesamtunterschied, verteilt auf mehrere Rundwege. Die Anlage ist saisonal geöffnet und im Winter geschlossen; die Daten wechseln jährlich. Der Betreiber nennt einzelne Bedingungen für Menschen mit eingeschränkter Mobilität, zum Beispiel markierte Steigungen und einen Verleih. Das sind die Angaben eines Hauses, nicht ein Urteil über die Stadt.

Wie dieser Ort zu lesen ist

Meran belohnt einen Aufenthalt, der zwischen Stadt, Wasser und Höhe wechselt. Ein Gartenbesuch und ein Höhenweg am selben Tag sind möglich, aber sie verlangen beide Steigungen. Ein Vormittag im Ort und ein Nachmittag am Wasser sind die ruhigere Ordnung.

Die folgenden Beiträge behandeln den Weg über der Stadt, den Gartenbesuch, die Promenaden und die Fragen, die vorab zu klären sind. Wo eine Angabe von der Jahreszeit abhängt, steht das im Beitrag und nicht in einer allgemeinen Zeile.